Frau Müller, Frau Meyer und ich
(Teil 2 von … nicht so gemeint …)
Dieser Beitrag ist Teil 2 zu „… nicht so gemeint …“
Zum besseren Verständnis hilft es,
Teil 1 vorher zu lesen oder anzuhören.
Nach dem Urlaub …
Der Dienstag nach meinem Urlaub bringt eine Überraschung.
Frau Müller (wie ich sie immer noch aus Datenschutzgründen nennen möchte) meldet sich per WhatsApp und fragt an: “kannst Du am Donnerstag nochmal kommen und Frau Meyer (Name ebenfalls immer noch geändert) ein paar Sachen zeigen?”
Das passt in meinen Kalender, also sage ich zu.
Kurz und knapp.
“Passt. Komme. Bis dann.”
Meine Erwartung ist, dass Frau Meyer die zwei Wochen gut genutzt hat und nur noch ein paar Lücken füllen will.
… ist vor dem Chaos
Es kommt anders.
Mich erwartet ein umfangreich ausgestaltetes Chaos:
– Therapeuten, die mit den Augen rollen,
– Frau Meyer, die mich mit einem flehenden Blick begrüßt,
– Stapel neu eingegangener Verordnungen und noch nicht gestellter Rechnungen,
– Änderungsaufträge für alle 8 Uhr Terminketten, weil der Sohn eines Therapeuten einen geänderten Stundenplan hat
– und eine „kleine“ Frageliste
Ärmel hochkrempeln
Die paar gewünschten Antworten lösen nicht das Grundproblem. Dieses formuliert Frau Meyer sehr präzise “ich hatte mir die Einarbeitung anders vorgestellt”. Ich auch!
Wir krempeln die Gedanken-Ärmel hoch und versuchen, Dringendes und Wichtiges zu erledigen. Natürlich kommen wir nur sehr zäh vorwärts, weil alles dabei auch erklärt werden muss. Gutes Training heißt eben auch “selbst tun” – und das braucht Zeit.
Im Angesicht der verfügbaren 4 Stunden werden wir hibbelig und hektisch – denn zunehmend wird klar, dass auf den Stapel genauso viel obendrauf kommt wie wir wegarbeiten. Schließlich kommen ja weiterhin Patienten.
Immer wieder schleicht sich leiser Ärger in meine Gedanken – sehe ich doch, wie verantwortungslos der nicht vorhandene Einarbeitungs-Plan von Frau Müller ist.
Alle (!) werden dabei zu Verlierern – auch die Patienten!
Frau Meyer braucht einfach noch mehr Zeit zum Verstehen und Einüben der Abläufe. Der Job ist anspruchsvoller als man auf den ersten Blick denkt – diese Erkenntnis hatte ich selbst auch erst, als ich hinter dem Schreibtisch saß.
Die innere Beraterin
Nach zwei Stunden setzt sich meine innere Beraterin durch. Oft genug habe ich Teams und Führungskräfte beraten, deren Prozesse nicht rund liefen und die selbst keine Lösung mehr fanden.
Ich simuliere kurz die Außenperspektive und formuliere daraus einen konkreten Vorschlag: ich sehe Bedarf sowohl zur weiteren regelmäßigen Einarbeitung für Frau Meyer (= gleichzeitige Anwesenheit) als auch zur Aufarbeitung von liegenbleibenden Arbeitsstapeln, ganz egal aus welchen Gründen diese entstehen. Vermutlich insgesamt 6 Stunden pro Woche.
Frau Meyer stimmt meiner Idee sofort zu. Auch Frau Müller, die mittlerweile hinzugekommen ist, und wohl endlich wahrgenommen hat, dass ihr bisheriger Plan nicht funktioniert, nimmt dankbar an.
Das fühlt sich ganz anders an als der unerwartete „Rausschmiss“ vor zweieinhalb Wochen.
Erstaunliches erreicht
Zwei Stunden später, als ich zuhause nochmal die Situation reflektiere, stelle ich fest: Jetzt bin ich tatsächlich da, wo ich hin wollte und es fühlt sich nach win-win-win an:
– Arbeitszeit reduziert auf zwei Tage
– Sinnvolle Einarbeitung für Frau Meyer
– Wichtiges wird zeitnah erledigt
– Patientenakten sind aktuell
– Abrechnungen finden zügig statt
Ich plane das jetzt mal für die nächsten sechs bis acht Wochen.
Im Dezember nehme ich ja sowieso eine Auszeit – für die Sperrnächte –
denn mein Buch ALLES HAT SEINE ZEIT will ich dieses Jahr auch selbst nutzen!
Die “Moral von der Geschicht’”
– Reden hilft. Immer!
– Aussprechen, was (nicht) geht und veränderte Situationen in Ruhe (!) anschauen.
– Manchmal einen Schritt zurücktreten, um den sprichwörtlichen Tellerrand zu vergrößern, der den eigenen Lösungs-Horizont begrenzt.

Ich bin Theologin, Pädagogin und Coach
und auch Künstlerin, Bloggerin und Wahl-Ostfriesin.
Mit viel Herz zum Zuhören, Trösten, Mut machen und Fragen stellen
motiviere ich, unterstütze beim Gedanken sortieren und verbreite Freude.
Dafür verschenke ich auf meinem Blog Lächel-Impulse für mehr Lebensfreude
und sende monatlich am 27. meinen Lächel-Letter in die Welt, den Du hier abonnieren kannst.
Wenn Du individuelle Unterstützung beim Wiederfinden Deiner Lebensfreude möchtest
oder bei der Suche nach Deinem Sinn im Leben – dann schreib mir eine Mail.
Im 1:1 Coaching online oder live begleite ich dich ein Stück auf Deinem Weg zu Dir selbst.




