Die Sprache des Friedens

Stell Dir vor, es gibt Frieden – und alle machen mit …….

Am 14. Januar 2026, sechs Wochen vor dem Angriff von USA/Israel auf den Iran am 28. Februar 2026, veröffentlichte ich meinen Aufruf zur Blogparade #Frieden_2026. Dieser brandgefährliche, neue Krieg wütet nun mittlerweile bereits seit sechs Wochen, hat die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich gezogen und den Ukrainekrieg , der am 24. Februar 2022 bereits vier Jahre alt wurde, von Platz Nummer 1 bei den Nachrichten verdrängt.

Viele haben sich an der Blogparade beteiligt, Beiträge beigesteuert, oder waren in Gedanken und mit Kommentaren dabei. Danke! Wir brauchen Friedensgedanken, das darüber Sprechen und die Zuversicht, dass wir daran mitwirken können, dauerhaft und permanent. Damit nicht der Krieg zur Normalität wird, sondern unsere ☮️ Friedensbemühungen.

Beiträge voller Herzblut und Kreativität haben mich erreicht. Geschrieben, per Audio und Video oder auch in der Sprache von Bildern haben die teilnehmenden Frauen mit ihren eigenen Worten, in ihrer eigenen Sprache gezeigt, was Frieden für sie ist und sein kann. Ein schillerndes Kaleidoskop voll persönlicher Erfahrungen, Träume, Anregungen und Wünsche mit einem gemeinsamen Ziel: es möge Frieden werden.

In diesem Beitrag stelle ich sie alle noch einmal vor und ergänze mit meinen eigenen Gedanken und weiteren Fundstücken aus dem Netz; manche davon schon ziemlich alt. Wie schon bei meiner Lebensfreude-Blogparade im letzten Jahr gibt es jeweils ein paar Hinweise auf den Inhalt, die Botschaft der Autorin, eine Empfehlung, wem es gefallen könnte und eine nicht immer ganz ernst gemeinte Idee für einen Untertitel.

Auch wenn ich jetzt mit dieser Zusammenfassung einen Abschluss unter die Blogparade setze, ist damit nicht alles vorbei. „Der Frieden hat ja keinen Terminkalender und kein Verfallsdatum“ schrieb ich unter einem very last minute eintreffenden Beitrag. Ich lasse das Thema auch nach der Blogparade nicht los – weil es mich nicht loslässt.

Die Wirkung von Sprache

Eigentlich wollte ich ein bisschen weiter ausholen und darüber schreiben, wie wichtig die Wahl der Worte, die wir aussprechen oder denken, ist, denn Sprache formt unser Denken über und das Handeln in Konflikten.

Das hat Dr. Jennifer Dillmann aber bereits so fantastisch in ihrem Beitrag für die Blogparade beleuchtet, dass ich hier einfach darauf verweisen kann: Wie Wörter Realität erschaffen und was das mit Selbstgesprächen zu tun hat.

Einer der von ihr aufgezeigten Aspekte ist, dass wir kämpferische und abwertende Formulierungen (oft unbewusst) viel häufiger benutzen als wohlwollende, friedliche – und dass die Auswirkungen gravierend sein können. Sie stellt eine Übung vor, die dem Ziel dient, mit sich selbst wieder Frieden zu schließen; darin wird unter anderem ein fiktives gemütliches Gespräch am Küchentisch mit den inneren friedlichen und kämpferischen Anteilen vorgeschlagen.

Alexandra Cordes-Guth schreibt ebenfalls über unsere inneren Anteile und wie wir Frieden in uns finden – durch Selbstmitgefühl. Sie erläutert, wie wir je nach gewähltem Blickwinkel auf unsere eigene Geschichte im Unfrieden steckenbleiben können oder uns mit Mitgefühl begegnen und so unserem Selbstfrieden näherkommen. Sie empfiehlt eine Schreibübung, um der inneren Stimme der Liebe zu begegnen – vielleicht in Form eines Akrostichons.
Dr. Jennifer Dillmann
=> der Beitrag könnte dir gefallen, wenn du an psychologischen Themen und Kommunikation interessiert bist, an konkreten Umsetzungsübungen und Informationen zu gewaltfreier Kommunikation.
=> Untertitel-Vorschlag: wer bist du für dich selbst: Freund oder Feind?
Alexandra Cordes-Guth
=> der Beitrag könnte dir gefallen, wenn du dem Gedanken des Selbstmitgefühls nachgehen magst, deine inneren Anteile näher kennenlernen willst und am intuitiven Schreiben interessiert bist
=> Untertitel-Vorschlag: Erlaube dir den Frieden mit dir selbst
Schreiben und Reden hilft – davon bin ich überzeugt! Deshalb habe ich in meiner Ratlosigkeit bezüglich des Nicht-Friedens um mich herum ebenfalls ein fiktives Gespräch geführt – und direkt den Haupt-Akteur dazu interviewt.

Frag doch mal … den Frieden selbst

Neulich traf ich ihn – den Frieden.
Er hatte es eilig, war schon fast an mir vorbeigehuscht, da konnte ich ihn gerade noch an der Kapuze festhalten. Rasch hielt ich ihm mein Handy unter die Nase, die Sprachaufnahme war schon aktiviert. „Hallo Frieden“ begann ich das spontane Interview „nimm Dir bitte kurz Zeit für mich, ich habe eine dringende Frage.“

Nein, er war nicht direkt unfreundlich, schließlich kann man sich das als Frieden ja nicht leisten, aber begeistert sah er auch nicht aus, eher gestresst und als sei er auf der Flucht. „Habe wenig Zeit, werde dringend woanders schon erwartet“ presste er atemlos hervor.

„Bitte, ich muss unbedingt wissen, warum Du Dich so rar machst im Moment, warum man Dich kaum noch zu Gesicht bekommt“ drängte ich ihn.

Einen tiefen Seufzer und zwei Atemzüge später wirkte er noch ein bisschen verlorener, ja fast verzweifelt. „Wenn Du wüsstest“ begann er, „wenn du wüsstest, wieviel schlimmer die Situation ist, als es Dir gerade vorkommt, dann würdest Du mir diese Frage nicht stellen. Seit drei Jahren wird es täglich schwerer, überhaupt noch irgendwo auf dieser Erde ein Fleckchen zu finden, auf dem ich ein paar Tage oder Wochen willkommen bin.

Ich fühle mich, als ob ich auf einer heißen Herdplatte tanze, auf einem Globus, dessen Oberfläche mit aktiven Vulkanen übersät ist, die jederzeit unerwartet Lavaströme ausspeien können. Nirgends bin ich sicher, nirgends kann ich längere Zeit bleiben. Kaum bin ich in einem Land angekommen, tut sich nebenan bereits ein neuer Krisenherd auf. Menschen, die eben noch gemeinsam gegessen und gefeiert haben, werden plötzlich zu Feinden erklärt und wissen selbst nicht, wie ihnen geschieht.

Völlig unerwartet gibt es neue Grenzen und Zäune, Kämpfe um Wasser, um Nahrung, um Land. Wohnhäuser, Kirchen, Schulen, Fabriken, ja sogar Krankenhäuser werden zerstört. Menschen haben kein Zuhause mehr und werden aus ihrer Heimat davongejagt, ohne zu verstehen, warum.

Ich würde so gerne bleiben, mich bei ihnen niederlassen, einrichten und ihre Seelen wieder hell und leicht machen, aber es gibt dort keinen Platz für mich. Mein Spielraum wird immer kleiner und ich komme nicht an die Entscheider heran, die aus Geld- und Machtgier einen Krieg nach dem anderen anzetteln. Schon oft habe ich versucht, einen Gesprächstermin im Weißen Haus, der Knesset oder im Kreml zu erhalten, aber ich wurde überall strikt abgewiesen mit dem Satz <<wir kaufen nichts, wir brauchen nichts>>.“

Erschüttert hörte ich zu und sah, wie sehr die Ohnmacht den Frieden schmerzte. Ich schaltete die Sprachaufnahme aus, es gab nichts mehr zu sagen.

I have a dream

Martin Luther King hat darüber gesprochen, was es braucht, um mehr Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in die Welt zu bringen, von John Lennon kennen wir Imagine.

Sabine aus dem Mausloch hat für die Blogparade einen Traum-Beitrag geschrieben, der mich so verzaubert und berührt hat, dass ich einen zentralen Teil davon hier zitieren will. Es geht um den zweiten ihrer drei Wünsche an die Fee – den Wunsch nach mentaler Gesundheit für alle Menschen.

Mit einem Schlag denkt die Weltbevölkerung  in die richtige Richtung, stell dir das mal vor! Ein überdimensionaler Kippschalter wird umgelegt und die Gedanken der Menschheit laufen rund!
 
☮ … Hater würden die Finger von der Tastatur nehmen.
☮ … Mobber würden ihre Opfer um Verzeihung bitten.
☮ … Psychische Erkrankungen wie Depression, Angststörungen oder Sucht würden verschwinden 
☮ … Jeder Mensch würde den Planeten einfach sauber halten
☮ … Tierquäler, Psychopaten, Mörder, Verbrecher gäbe es nicht mehr, weil plötzlich ein inneres Licht angeht 
☮ … Soldaten würden ihre Waffen fallen lassen.
☮ … Präsidenten, Könige und Kanzler würden erkennen, was wichtig und richtig ist.
☮ … Dealer und Drogenbosse würden den Mist vernichten
☮ … Regierungsmitarbeiter würden sinnvolle Entscheidungen treffen
☮ … Soziale Berufe würden spitzenmäßg bezahlt, Fußballer eher weniger und Influenzer gar nicht
☮ … Verfeindete Banden und Kartelle würden sich die Hand geben und auf die Schulter klopfen.
☮ … Radikale aller Art würden innehalten, beginnen zu denken und den Unsinn erkennen, den sie praktiziert haben.
☮ … Kein Neid, kein Hass, keine Gier, keine Missgunst, keine Maßlosigkeit, keine Lüge. 
 
Was wäre das für eine Welt?  Ich mein, was könnten wir für eine Welt um uns haben, wenn alle einfach geistig gesund wären? Dann hab ich Kopfkino, wie alle Menschen stehen bleiben, unsicher lächeln und es ein kleines bisschen heller um sie würde.


Ja – es ist ein Traum – und ja, wir brauchen Träume, die völlig unrealistische Szenarien beschreiben, um unsere Zuversicht zu stärken.
Sabine aus dem Mausloch
=> der Beitrag könnte dir gefallen, wenn du auch mal ein paar Minuten von einer heilen Welt träumen möchtest, in der alle Menschen „richtig“ denken und entscheiden.
=> Untertitel-Vorschlag: Kann bitte mal einer die Wunsch-Fee rufen!
Frieden heißt auch
⇒ dass ich so sein darf, wie ich sein will, wie ich bin,
⇒ dass du so sein darfst, wie du bist, wie du möchtest.

In ihrem Beitrag Frieden beginnt mit Kennenlernen hat Inge Schumacher das sehr anschaulich erläutert. Sie zeigt auf,
☮ dass wir das Raubtier in uns selbst zunächst zähmen müssen, indem wir uns selbst besser kennenlernen,
☮ dass wir dann in Begegnungen Vertrauen entstehen lassen
☮ und schließlich Frieden wachsen kann durch die Akzeptanz, dass „anders“ nicht „schlechter“ sondern nur „anders“ ist.
Inge Schumacher
=> der Beitrag könnte dir gefallen, wenn du gerne liest, wie sich Weisheit aus Geschichten des realen Lebens ableiten lässt.
=> Untertitel-Vorschlag: Lass uns mal die Schuhe tauschen.

Frieden ist Vielfalt

… und das zeigt sich in dieser Blogparade. Vielfalt von Menschen mit völlig unterschiedlichen Sichtweisen, von Beiträgen mit völlig unterschiedlichen Inhalten, mit völlig unterschiedlichen Bildern von Frieden.
Jede hat Recht damit, wie sie dieses Wort, dieses Konstrukt „Frieden“ fühlt, erlebt, beschreibt und uns nahe bringt.
Monika Hesse-Haake
=> vorgestellt wird ein humorvolles Buch, eine Sammlung kreativer Texte über Friedenstiere, dessen Erlös für einen guten Zweck ist. Dabei geht es um Konfliktprävention in der Familie und am Arbeitsplatz:
– Zuhören statt Zuschreiben
– Unterschiedlichkeit statt Gleichmacherei
– frühe Gespräche statt spätes Eskalieren
=> Botschaft: die stärksten Friedenstiere sind du und ich und wir.
=> Der Beitrag könnte dir gefallen, wenn du fantasievolle Geschichten magst, die für einen respekt- und friedvollen Umgang miteinander werben.
=> Untertitel-Vorschlag:
Als das Einhorn der Taube begegnete
Tanja Hug
=> Es geht darum, dass Frieden im Innen beginnt und von dort nach aussen wirkt, und um die Fähigkeit, im Chaos verbunden zu bleiben mit dem Leben und der Liebe.
=> Tanjas Botschaft: Frieden ist am Ende kein Zustand, sondern eine tägliche Entscheidung.
=> Der Beitrag könnte dir gefallen, wenn du darüber nachdenken magst, was passiert, wenn jede/r täglich Friedensenergie ins Feld schickt.
=> Untertitel-Vorschlag: Warte nicht auf den Frieden der anderen – fang selbst an.
Britta Kiffmeyer
=> Ausgangsfrage: was kann uns helfen, mit der eskalierenden Welt umzugehen?
=> Brittas Antwort: Wir haben es in der Hand, Wald, Bäume, Atmen, Strand, Wellen, Himmel, Stille und die Liebe gegen Angt und Chaos zu nutzen.
=> Der Beitrag könnte dir gefallen, wenn du die weltverändernde Kraft von Sketch-Videos mit Charakter-Blondinen und toller Musik-Unterlegung spüren magst.
=> Untertitel-Vorschlag: make love not war!
Katj
=> Es geht um die Sehnsucht nach Frieden, um die Vorläufigkeit seiner Definition und um ein Friedens-Kunst-Projekt.
=> Katjs Botschaft: kleine Dinge machen glücklich und bringen Veränderungen in Gang.
=> Der Beitrag könnte dir gefallen, wenn du einer Audio-Botschaft lauschen magst, die mehr Fragen als Antworten enthält und dabei Ruhe und Dankbarkeit ausstrahlt.
=> Untertitel-Vorschlag: „a Peace of Art“
Inga Wocker
=> Inga erzählt von einer Libelle, die einfach losfliegt und alle ansteckt mit ihrer Mission als Friedensflieger, egal ob Libellen oder Menschen.
=> Ingas Botschaft: einfach losgehen oder losfliegen und nicht wegen theoretischer Unmöglichkeit stehenbleiben.
=> Der Beitrag könnte dir gefallen, wenn du mutmachende Ideen in zauberhafter Verpackung magst.
=> Untertitel-Vorschlag: Jeder Flügelschlag zählt
Susanne Sprenger
=> Es geht hier um die Suche nach dem Frieden. Wo, Wer, Wie oder Wann ist Frieden?
=> Susannes Botschaft: Frieden nicht gefunden. Schade, es wäre schön, ihn noch zu erleben.
=> Der Beitrag könnte dir gefallen, wenn du ein knackig kurzes, poetisches Format magst und kein happy-end brauchst.
=> Untertitel-Vorschlag: Gedicht über den vertriebenen Frieden
Anita Sterr
=> Es geht um das ganz normale Miteinander von zwei Menschen, die unterschiedliche Temperamente und Bedürfnisse haben, und wie sie sich im Alltag miteinander arrangieren.
=> Botschaft: wenn jede/r sein darf wie er ist, ist friedvolles Zusammensein nicht mehr schwer.
=> Der Beitrag könnte dir gefallen, wenn du Leichtigkeit der Sprache und Vergleiche mit der Tierwelt magst.
=> Untertitel-Vorschlag: tierisch temperamentvoll
=> Bonus: der Beitrag ist auch auf italienisch verfügbar.
Heidrun Lutz
=> Heidrun beschreibt die Fülle der Möglichkeiten, die sich uns auch im Arbeitsumfeld bieten, Frieden zu leben, und die besondere Kraft der Kreativität.
=> Ihre Botschaft: Frieden beginnt im Kleinen, bei uns selbst, und manchmal kann das sogar ganz einfach sein.
=> Der Beitrag könnte dir gefallen, wenn du konkrete Umsetzungsideen magst, die in deinen Alltag passen. Umso mehr, wenn du auch im Bereich Design und Kreativität tätig bist.
=> Untertitel-Vorschlag: glaub bloß nicht alles, was an der Wand steht.
Rani Gindl
=> Es geht Rani um die unterschiedlichen Facetten des Friedens, die sie in einem Akronym intensiv beleuchtet: Freiheit, Reichtum, Inspiration, Einfachheit, Dankbarkeit, Entscheidung, Ehre, Echtheit und Neugier – sie können sich voll entfalten im Zustand des Friedens.
=> Botschaft: Mögen wir eine Zeit erleben, in der Frieden herrscht statt Krieg.
=> Der Beitrag könnte dir gefallen, wenn du den thematischen Bogen mal sehr weit spannen möchtest und die Wirkung des Friedens auf dein Leben umfassend betrachten magst.
=> Untertitel-Vorschlag: das Leben im Frieden ist ein anderes
Edith Hagemann
=> Edith bechreibt den ganz einfachen Weg zum Frieden: im eigenen kleinen Umfeld Frieden ausbreiten, verzeihen und das Gespräch suchen.
=> Ihre Botschaft: lasst uns die Liebe, aus der wir bestehen, nach außen bringen.
=> Der Beitrag könnte dir gefallen, wenn du die Kraft einer Ich-Botschaft in einem Video magst.
=> Untertitel-Vorschlag: Vielleicht ist es ja auch ganz einfach?
Mein eigener Beitrag zur Blogparade erzählt von positivem und negativem Frieden, von Astrid Lindgrens Rede zur Friedenspreisverleihung und meinen Gedanken über Wohlwollen.
=> Meine Botschaft: aus Wohlwollen wächst Zufriedenheit wächst Frieden
=> Der Beitrag könnte dir gefallen, wenn du etwas Zeit mitbringst und dich auf unterschiedliche Aspekten und Querdenkereien einlassen magst.
Lydia G. Gajewsky

Vielleicht ist das zu wenig

Die große gemeinsame Botschaft aller Beiträge ist: Frieden beginnt in uns selbst. Mit zu-Frieden-heit, mit friedvollem Umgang mit uns selbst und miteinander. Ich sehe das genauso, auch mein eigener Beitrag, der das Wohlwollen in den Mittelpunkt stellt, unterstreicht das.

Andererseits wünschen wir uns alle nichts sehnlicher als „den Frieden“ und meinen damit das Ende von Kriegshandlungen, das Ende der Zerstörung von Ländern, das Ende des Sterbens für Machtinteressen. Weit mehr als innere Zufriedenheit.

Reicht es dafür auch aus, dass wir „nett miteinander“ sind? Oder braucht es einen anderen Einsatz?

Exkurs Ostermärsche

Die ersten Ostermärsche fanden im Vereinigten Königreich statt. 1958 organisierte die Friedensorganisation Campaign for Nuclear Disarmement (CND) einen mehrtägigen Marsch von London zum Atomforschungszentrum in Aldermaston. Ziel war, gegen Atomwaffen und die nukleare Aufrüstung zu protestieren. Aus diesem Kontext stammt auch das ☮ Peace-Zeichen.

Die Friedensbewegung in der Bundesrepublik Deutschland griff die Idee auf, der erste deutsche Ostermarsch fand 1960 statt.
Es ging um
☮ die Angst vor einem Atomkrieg im Kalten Krieg
☮ die atomare Bewaffnung der Bundeswehr
☮ die Stationierung von US-Atomwaffen in Deutschland

Die Ostermärsche erlebten ihren Höhepunkt als Symbol der Friedensbewegung in den 1980er Jahren, hunderttausende Menschen nahmen teil. Nach dem Ende des Kalten Krieges nahm die Beteiligung ab.

Die Bilanz in 2026:
Von Gründonnerstag bis Ostermontag gab es bundesweit ca. 120 Aktionen, die meisten davon am Karsamstag. Angesichts der aktuellen Kriege unter anderem in Nahost und der Ukraine hatte man mit höheren Teilnehmerzahlen gerechnet. Auffallend bei vielen Kundgebungen war das vergleichsweise hohe Durchschnittsalter der Demonstrierenden.
Mehr dazu auf tagesschau.de

Vielleicht braucht es mehr als Worte

Beeindruckt hat mich der Friedensmarsch der buddhistischen Mönche quer durch die USA von November 2025 bis Februar 2026. Ihr tägliches Mantra: „Heute wird ein friedlicher Tag für mich“.

In meiner Jugend waren Demos für den Frieden „in“. Ich bin nicht mitmarschiert. Ich bin auch jetzt keine, die auf die Straße geht. Ich kann das nicht, das ist nicht meine Art und Möglichkeit, auf Themen aufmerksam zu machen, für sie einzutreten und andere zu mobilisieren. Mein Werkzeug sind Wort und Stimme.

Wie ist das bei dir?
– Läufst du mit
– Bist du vorne dabei
– Organisierst du Protest
– Stehst du am Straßenrand
– Wie erzählst du darüber
– Mit wem sprichst du über Krieg und Frieden

Extra-Töne

Singen kann zum Frieden beitragen – da bin ich sicher. Deshalb will ich die Vielfalt dieser Blogparade noch einmal erweitern, möchte Töne zu den Worten hinzufügen. Lieder für den Frieden, gegen den Krieg.

Hier sind ein paar besondere Empfehlungen aus mehr als 60 Jahren, die mir „zufällig“ vor kurzem wieder begegneten – vielleicht wecken sie auch bei Dir Erinnerungen und/oder Friedenspower:

„Sag mir wo die Blumen sind“, 1962 von Marlene Dietrich
„Give peace a chance“, 1969 von Plastic Ono Band
„99 Luftballons“, 1983 von Nena
„Frieden“, 1994 von Reinhard Mey
„Wir ziehen in den Frieden“, 2019 von Udo Lindenberg mit UNICEF

Sicher kennst Du weitere … Bob Dylan, Joan Baez, Michael Jackson, Cat Stevens … sie alle haben das Thema besungen. Welches ist dein Lieblings-Friedens-Lied?
Wortwolke zum Frieden in den Sprachen der Welt
Wortwolke zum Frieden aus den Sprachen der Welt

Über den Tellerrand geschaut

– Pace – Peace – Paix – Paz – Béke – Мир – Vrede – Rauha – Pace Friður – Salām – Ειρήνη – Barış – Shalom – Solh – Pokój – Frieden –

Weil ich eine Wortwolke zum Frieden kreieren wollte, habe ich recherchiert, wie der Frieden in anderen Sprachen heißt. Das Ergebnis kannst Du im Bild sehen. Überraschende Entdeckung dabei: manche Sprachen haben gar kein Wort für Frieden, gerade bei indigenen Sprachen geht es nicht um den politischen Zustand sondern um ein Leben in Balance mit Menschen, Natur und Geist.

zum Beispiel:
Inuit-Sprachen haben kein exaktes einzelnes Wort für Frieden, sondern nutzen Begriffe wie Harmonie, Gleichgewicht, gutes Zusammenleben ᓄᓇᕗᑦ / ᓴᓂᖅ (Sanngiq)
☮ bei den Navajo bedeutet Hózhǫ́ Schönheit, Harmonie, Balance
☮ die Quechua meinen mit Allin kawsay gutes Leben in Gemeinschaft und Gleichgewicht
☮ die Maori mit Rangimārie Ruhe und innere Gelassenheit
☮ und auf Hawaiianisch heißt Maluhia Schutz und Stille
Kurunpa tjukurpa heißt bei den Pitjantjatjara (Aborigines) inneres Gleichgewicht, spirituelle Ordnung
☮ die Azteken meinten mit yolmelahualiztli das Gerade- oder Richtigwerden des Herzens mit innerem Gleichgewicht, sozialer Harmonie und kosmischer Ordnung

Ich habe mich gefragt, warum sich auch nach erneuter Einladung kein Mann aktiv an der Blogparade beteiligt hat. Und fand vor kurzem den spannenden Beitrag: 5 Fakten über Frauen und Frieden. Ich habe nach dem Lesen und Überdenken nun die Vermutung, das Wort „Frieden“ könnte bei Männern und Frauen mit unterschiedlichen Deutungen gefüllt sein. Möglicherweise ist der Fokus bei Männern eher auf der „politischen“ und bei Frauen auf der „sozialen“ Dimension? Ich bin gespannt auf deine Meinung dazu.
Genug Ausflüge in andere Sprachen. Deutlich erkennbar ist, dass die ursprüngliche positive Zustandsbeschreibung von „Frieden“ in dicht bevölkerten und hoch industrialisierten Ländern inzwischen abhanden gekommen ist und auf einen politischen Begriff von Frieden in der Bedeutung „kein Krieg“ verkürzt wurde. So wie wir Gesundheit auch häufig nur noch als die Abwesenheit von Krankheit definieren.

Hier schließt sich der Kreis zu den Beiträgen der Blogparade. Sie verwiesen auf dieselben Worte und Werte wie die indigenen Sprachen: inneres Gleichgewicht – Harmonie – Gemeinschaft – Balance – gutes Zusammenleben – Gelassenheit – Ruhe – Stille – Schutz – Versöhnung mit sich selbst und anderen.

Vielleicht sind wir damit genau auf dem richtigen Weg. Von innen nach außen, vom eigenen Gleichgewicht zur Balance in Gemeinschaft, von individueller Spiritualität zu sozialer Harmonie. Zu einem Frieden, der weit mehr ist als die Pause zwischen Kampfhandlungen.

Einer geht noch – der allerletzte Beitrag

Die Sprache der Musik:
Eine Freundin wollte zusammen mit mir ihr Lieblings-Friedens-Lied als Beitrag zur Blogparade singen und aufnehmen – statt geschriebener Worte. Technische Hürden und 800 km Entfernung standen der Umsetzung jedoch im Weg. Wir haben eine andere Lösung gefunden.

Am Ende der Zusammenfassung, als allerletzten Beitrag zur Blogparade, gibt es nun jenes Friedenslied. Ich habe es zusammen mit einer Freundin hier in Ostfriesland aufgenommen.

Möge es Frieden verbreiten.
Text: Thomas Laubach, Melodie: Christoph Lehmann
Gesang: Petra Dyck
& Lydia G. Gajewsky, Gitarre: Petra Dyck
Aufnahme: Volker Wellmann

Stell Dir vor, es wird Frieden – und alle sind dabei!

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