Die Sprache des Friedens

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Ich sitze vor der Eingabemaske und will die Beiträge zur Blogparade zusammenfassen, sie vorstellen und würdigen. Welche Überschrift passt? Was ist angemessen für ein so variantenreiches Thema? Welcher Begriff fasst die Vielfalt zusammen, welches Motto gibt den richtigen Rahmen?

Jede Teilnehmerin hat das erzählt, was sie zum Frieden bewegt; die eigenen Worte benutzt und ihre eigenen Erfahrungen eingebracht. In ihrer ganz individuellen Art und Form. In ihrer eigenen Sprache.

Ich bleibe an „Sprache“ hängen. Und spanne den Bogen im Beitrag noch etwas weiter, über die verbale Sprache hinaus, werfe einen Blick auf die „Sprache“ der Füße und die „Sprache“ der Töne und Musik.

Und spreche zum ersten Mal mit dem Frieden.

Die Sprache des Friedens

Stell Dir vor, es gibt Frieden – und alle machen mit …

Am 14. Januar 2026, sechs Wochen vor dem Angriff von USA/Israel auf den Iran am 28. Februar 2026, veröffentlichte ich meinen Aufruf zur Blogparade #Frieden_2026. Dieser brandgefährliche, neue Krieg wütet nun mittlerweile bereits seit sechs Wochen, hat die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich gezogen und den Ukrainekrieg, der am 24. Februar bereits vier Jahre alt wurde, von Platz 1 der Nachrichten verdrängt.

Viele haben sich an der Blogparade beteiligt, Beiträge geschrieben, gesprochen, gezeichnet, oder waren in Gedanken und mit Kommentaren dabei. Danke! Wir brauchen Friedensgedanken, das darüber Sprechen und die Zuversicht, dass wir daran mitwirken können, dauerhaft und permanent. Damit nicht der Krieg zur Normalität wird, sondern unsere ☮️Friedensbemühungen.

Beiträge voller Herzblut und Kreativität haben mich erreicht. Geschrieben, per Audio und Video oder auch in der Sprache von Bildern haben die teilnehmenden Frauen gezeigt, was Frieden für sie ist und sein kann. Ein schillerndes Kaleidoskop voll persönlicher Erlebnisse, Träume, Anregungen und Wünsche mit einem gemeinsamen Ziel: es möge Frieden werden.

Hier stelle ich sie alle vor, ergänze mit eigenen Gedanken und weiteren Fundstücken aus dem Netz aus sieben Jahrzehnten. Wie schon bei meiner Lebensfreude-Blogparade im letzten Jahr gebe ich jeweils ein paar Hinweise auf den Inhalt, die Botschaft der Autorin, eine Empfehlung, wem es gefallen könnte und eine nicht immer ganz ernst gemeinte Idee für einen Untertitel.

Auch wenn mit dieser Zusammenfassung ein Abschluss unter die Blogparade gesetzt wird, ist damit nicht alles vorbei. „Der Frieden hat keinen Terminkalender und kein Verfallsdatum“ schrieb ich unter einem very last minute eintreffenden Beitrag. Ich lasse das Thema auch nach der Blogparade nicht los – weil es mich nicht loslässt.

Die Wirkung von Sprache

Eigentlich wollte ich ein bisschen weiter ausholen und darüber schreiben, wie wichtig die Wahl der Worte ist, denn Sprache formt unser Denken über und das Handeln in Konflikten.

Dr. Jennifer Dillmann hat das aber so fantastisch in ihrem Beitrag für die Blogparade beleuchtet, dass ich hier einfach darauf verweisen kann: Wie Wörter Realität erschaffen und was das mit Selbstgesprächen zu tun hat. Kämpferische und abwertende Formulierungen werden (oft unbewusst) viel häufiger benutzt als wohlwollende, friedliche – die Auswirkungen sind gravierend. Jennifer stellt eine Übung vor, die dem Ziel dient, mit sich selbst wieder Frieden zu schließen; unter anderem wird ein fiktives gemütliches Gespräch am Küchentisch mit den inneren friedlichen und kämpferischen Anteilen vorgeschlagen.
Dr. Jennifer Dillmann
Dieser Beitrag könnte dir gefallen, wenn du an Themen über Psychologie und Kommunikation interessiert bist, an konkreten Umsetzungsübungen und an Informationen über gewaltfreie Kommunikation.
=> Untertitel-Idee: wer bist du für dich selbst: Freund oder Feind?
Alexandra Cordes-Guth schreibt ebenfalls über unsere inneren Anteile und wie wir Frieden in uns finden – durch Selbstmitgefühl. Sie erläutert, wie wir je nach gewähltem Blickwinkel auf unsere eigene Geschichte im Unfrieden steckenbleiben können oder uns mit Mitgefühl begegnen und so unserem Selbstfrieden näherkommen. Sie empfiehlt eine Schreibübung, um der inneren Stimme der Liebe zu begegnen – vielleicht in Form eines Akrostichons.
Alexandra Cordes-Guth
Dieser Beitrag könnte dir gefallen, wenn du dem Gedanken des Selbstmitgefühls nachgehen magst, deine inneren Anteile näher kennenlernen willst und am intuitiven Schreiben interessiert bist
=> Untertitel-Idee: Erlaube dir Frieden mit dir selbst!
Schreiben und Reden hilft – davon bin ich überzeugt! Es hat sich bewährt, nicht nur über sondern vor allem mit dem zu sprechen, um den es geht. Deshalb habe ich in meiner Ratlosigkeit bezüglich des Nicht-Friedens ein Gespräch geführt und direkt den Haupt-Akteur interviewt.

Frag doch mal … den Frieden selbst

Neulich traf ich ihn – den Frieden.
Er hatte es eilig, war schon fast an mir vorbeigehuscht, da konnte ich ihn gerade noch an der Kapuze festhalten. Rasch hielt ich ihm mein Handy unter die Nase, die Sprachaufnahme war schon aktiviert. „Hallo Frieden“ begann ich das spontane Interview „nimm Dir bitte kurz Zeit für mich, ich habe eine dringende Frage.“

Nein, er war nicht direkt unfreundlich, schließlich kann man sich das als Frieden ja auch nicht leisten, aber begeistert sah er auch nicht aus, eher gestresst und als sei er auf der Flucht. „Habe wenig Zeit, werde dringend woanders schon erwartet“ presste er atemlos hervor.

Bitte, ich muss unbedingt wissen, warum Du Dich so rar machst im Moment, warum man Dich kaum noch zu Gesicht bekommt“ drängte ich ihn.

Einen tiefen Seufzer und zwei Atemzüge später wirkte er noch ein bisschen verlorener, ja fast verzweifelt. „Wenn Du wüsstest“ begann er, „wenn du wüsstest, wieviel schlimmer die Situation ist, als es Dir gerade vorkommt, dann würdest Du mir diese Frage nicht stellen. Seit drei Jahren wird es täglich schwerer, überhaupt noch irgendwo auf dieser Erde ein Fleckchen zu finden, auf dem ich ein paar Tage oder Wochen willkommen bin.

Ich fühle mich, als ob ich auf einer heißen Herdplatte tanze, auf einem Globus, dessen Oberfläche mit aktiven Vulkanen übersät ist, die jederzeit unerwartet Lavaströme ausspeien können. Nirgends bin ich sicher, nirgends kann ich längere Zeit bleiben. Kaum bin ich in einem Land angekommen, tut sich nebenan bereits ein neuer Krisenherd auf. Menschen, die eben noch gemeinsam gegessen und gefeiert haben, werden plötzlich zu Feinden erklärt und wissen selbst nicht, wie ihnen geschieht.

Völlig unerwartet gibt es neue Grenzen und Zäune, Kämpfe um Wasser, um Nahrung, um Land. Wohnhäuser, Kirchen, Schulen, Fabriken, ja sogar Krankenhäuser werden zerstört. Menschen haben kein Zuhause mehr und werden aus ihrer Heimat davongejagt, ohne zu verstehen, warum.

Ich würde so gerne bleiben, mich bei ihnen niederlassen, einrichten und ihre Seelen wieder hell und leicht machen, aber es gibt dort keinen Platz für mich. Mein Spielraum wird immer kleiner und ich komme nicht an die Entscheider heran, die aus Geld- und Machtgier einen Krieg nach dem anderen anzetteln. Schon oft habe ich versucht, einen Gesprächstermin im Weißen Haus, der Knesset oder im Kreml zu erhalten, aber ich wurde überall strikt abgewiesen mit dem Satz <<wir kaufen nichts, wir brauchen nichts>>.“

Erschüttert hörte ich zu und sah, wie sehr die Ohnmacht den Frieden schmerzte. Ich schaltete die Sprachaufnahme aus, es gab nichts mehr zu sagen.

I have a dream

Martin Luther King hat darüber gesprochen, was es braucht, um mehr Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in die Welt zu bringen, John Lennon sang Imagine.

Sabine aus dem Mausloch hat für die Blogparade einen Traum-Beitrag geschrieben, der mich so verzaubert und berührt hat, dass ich einen zentralen Teil davon hier zitiere. Es geht um den zweiten von drei Wünschen an die Fee, den Wunsch nach mentaler Gesundheit für alle Menschen.

Mit einem Schlag denkt die Weltbevölkerung  in die richtige Richtung, stell dir das mal vor! Ein überdimensionaler Kippschalter wird umgelegt und die Gedanken der Menschheit laufen rund!
 
☮ … Hater würden die Finger von der Tastatur nehmen
☮ … Mobber würden ihre Opfer um Verzeihung bitten
☮ … Psychische Erkrankungen wie Depression, Angststörungen oder Sucht würden verschwinden 
☮ … Jeder Mensch würde den Planeten einfach sauber halten
☮ … Tierquäler, Psychopathen, Mörder, Verbrecher gäbe es nicht mehr, weil plötzlich ein inneres Licht angeht 
☮ … Soldaten würden ihre Waffen fallen lassen
☮ … Präsidenten, Könige und Kanzler würden erkennen, was wichtig und richtig ist
☮ … Dealer und Drogenbosse würden den Mist vernichten
☮ … Regierungsmitarbeiter würden sinnvolle Entscheidungen treffen
☮ … Soziale Berufe würden spitzenmäßg bezahlt, Fußballer eher weniger und Influenzer gar nicht
☮ … Verfeindete Banden und Kartelle würden sich die Hand geben und auf die Schulter klopfen
☮ … Radikale aller Art würden innehalten, beginnen zu denken und den Unsinn erkennen, den sie praktiziert haben
☮ … Kein Neid, kein Hass, keine Gier, keine Missgunst, keine Maßlosigkeit, keine Lüge
 
Was wäre das für eine Welt?  Ich meine, was könnten wir für eine Welt um uns haben, wenn alle einfach geistig gesund wären? Dann hab ich Kopfkino, wie alle Menschen stehen bleiben, unsicher lächeln und es ein kleines bisschen heller um sie würde.


Ja – es ist ein Traum – und ja, wir brauchen Träume, die völlig unrealistische Szenarien beschreiben, um unsere Zuversicht zu stärken.
Sabine aus dem Mausloch
Dieser Beitrag könnte dir gefallen, wenn du auch mal ein paar Minuten von einer heilen Welt träumen möchtest, in der alle Menschen „richtig“ denken und entscheiden.
=> Untertitel-Idee: Kann bitte mal einer die Wunsch-Fee anrufen!
Frieden heißt auch
⇒ dass ich so sein darf, wie ich sein will, wie ich bin,
⇒ dass du so sein darfst, wie du bist, wie du möchtest.

In ihrem Beitrag Frieden beginnt mit Kennenlernen hat Inge Schumacher das sehr anschaulich erläutert. Sie zeigt auf,
☮ dass wir das Raubtier in uns selbst zunächst zähmen müssen, indem wir uns selbst besser kennenlernen,
☮ dass wir dann in Begegnungen Vertrauen entstehen lassen,
☮ und daraus schließlich Frieden wachsen kann durch die Akzeptanz, dass „anders“ nicht „schlechter“ sondern nur „anders“ ist.
Inge Schumacher
Dieser Beitrag könnte dir gefallen, wenn du gerne liest, wie sich Weisheit aus Geschichten des realen Lebens ableiten lässt.
=> Untertitel-Idee: Lass uns mal die Schuhe tauschen.

Frieden ist Vielfalt

… und das zeigt sich in dieser Blogparade. Vielfalt von Menschen mit völlig unterschiedlichen Sichtweisen und Bildern von Frieden.
Jede hat Recht damit, wie sie dieses Wort, dieses Konstrukt „Frieden“ fühlt, erlebt, beschreibt und uns nahe bringt.

Entdecke deinen Lieblings-Gedanken zum Frieden, nimm Ideen mit auf ein Stück deiner Lebensreise, prüfe Verhaltensänderungen auf Alltagstauglichkeit. Klick dich durch meine bunte Friedens-Beitrags-Welt, in der eines garantiert ist: gegenseitiges Wohlwollen.
Monika Hesse-Haake
Hier wird ein humorvolles Buch vorgestellt, in dem kreative Texte über Friedenstiere gesammelt sind. Der Erlös ist für einen guten Zweck. Inhaltlich geht es um Konflikt-Prävention in der Familie und am Arbeitsplatz durch:
– Zuhören statt Zuschreiben
– Unterschiedlichkeit statt Gleichmacherei
– frühe Gespräche statt spätem Eskalieren.
Botschaft: die stärksten Friedenstiere sind du und ich und wir.

Dieser Beitrag könnte dir gefallen, wenn du fantasievolle Geschichten magst, die für einen respekt- und friedvollen Umgang miteinander werben.
=> Untertitel-Idee: Als das Einhorn der Taube begegnete …
Tanja Hug
Es geht darum, dass Frieden im Innen beginnt und von dort nach aussen wirkt, und um die Fähigkeit, auch im Chaos mit dem Leben und der Liebe verbunden zu bleiben.
Botschaft: Frieden ist am Ende kein Zustand, sondern eine tägliche Entscheidung.

Dieser Beitrag könnte dir gefallen, wenn du darüber nachdenken magst, was passiert, wenn jede/r täglich Friedensenergie ins Feld schickt.
=> Untertitel-Idee: Warte nicht auf den Frieden der anderen – fang selbst an.
Britta Kiffmeyer
Ein Sketch-Video
Ausgangsfrage: was kann uns helfen, mit der eskalierenden Welt umzugehen?
Brittas Antwort: Wir haben es in der Hand. Wir können Wald, Bäume, Atmen, Strand, Wellen, Himmel, Stille und die Liebe gegen Angst und Chaos nutzen.

Dieser Beitrag könnte dir gefallen, wenn du die weltverändernde Kraft von Sketch-Videos mit Charakter-Blondinen und toller Musik-Unterlegung spüren magst.
=> Untertitel-Idee: make love not war!
Katj
Es geht um die Sehnsucht nach Frieden, um die Vorläufigkeit seiner Definition und um ein Friedens-Kunst-Projekt.
Botschaft: kleine Dinge machen glücklich und bringen Veränderungen in Gang.

Dieser Beitrag könnte dir gefallen, wenn du einer Audio-Botschaft lauschen magst, die mehr Fragen als Antworten enthält und dabei Ruhe und Dankbarkeit ausstrahlt.
=> Untertitel-Idee: „a Peace of Art“
Inga Wocker
Inga erzählt von einer Libelle, die einfach losfliegt und alle ansteckt mit ihrer Mission als Friedensflieger, egal ob Libellen oder Menschen.
Botschaft: einfach losgehen oder losfliegen; nicht warten, bis die Machbarkeit geklärt ist.

Dieser Beitrag könnte dir gefallen, wenn du mutmachende Ideen in zauberhafter Verpackung magst.
=> Untertitel-Idee: Jeder Flügelschlag zählt!
Susanne Sprenger
Susanne sucht den Frieden. Sie fragt Wo, Wer, Wie oder Wann ist Frieden?
Botschaft: der Frieden ist unauffindbar. Schade, es wäre schön, ihn noch zu erleben.

Dieser Beitrag könnte dir gefallen, wenn du ein knackig kurzes, poetisches Format magst und kein happy-end brauchst.
=> Untertitel-Idee: Gedicht über den vertriebenen Frieden.
Anita Sterr
Anita erzählt vom ganz normalen Miteinander zweier Menschen mit sehr unterschiedlichen Temperamenten und Bedürfnissen, und wie sie sich im Alltag miteinander arrangieren.
Botschaft: wenn jede/r sein darf wie er/sie ist, kann friedvolles Zusammensein leicht werden.
Bonus: der Beitrag ist auch auf italienisch verfügbar.

Dieser Beitrag könnte dir gefallen, wenn du Leichtigkeit der Sprache und Vergleiche mit der Tierwelt magst.
=> Untertitel-Idee: tierisch temperamentvoll miteinander leben
Heidrun Lutz
Heidrun zeigt, wieviele Möglichkeiten gerade auch das Arbeits-Umfeld bietet, Frieden zu leben und welch besondere Kraft hierbei in Kreativität steckt.
Botschaft: Frieden beginnt bei uns selbst, im Kleinen, und manchmal kann es sogar einfach sein.

Dieser Beitrag könnte dir gefallen, wenn du konkrete Umsetzungsideen magst, die in deinen Alltag passen. Umso mehr, wenn du auch im Bereich Design und Kreativität tätig bist.
=> Untertitel-Idee: glaub bloß nicht alles, was (nicht) an der Wand steht.
Rani Gindl
Rani betrachtet viele verschiedene Facetten des Friedens, und beleuchtet sie intensiv in einem Akronym: Freiheit, Reichtum, Inspiration, Einfachheit, Dankbarkeit, Entscheidung, Ehre, Echtheit und Neugier – alle könnten sich im Zustand des Friedens voll entfalten.
Botschaft: Mögen wir eine Zeit erleben, in der Frieden herrscht statt Krieg.

Dieser Beitrag könnte dir gefallen, wenn du den thematischen Bogen mal sehr weit spannen möchtest und die Wirkung des Friedens auf dein Leben umfassend betrachten magst.
=> Untertitel-Idee: In Frieden lebst du ganz anders.
Edith Hagemann
Edith beschreibt den ganz einfachen Weg zum Frieden: im eigenen kleinen Umfeld Frieden ausbreiten, verzeihen und das Gespräch suchen.
Botschaft: Lasst uns die Liebe, aus der wir bestehen, nach außen bringen.

Dieser Beitrag könnte dir gefallen, wenn du die Kraft einer Ich-Botschaft in einem Video magst.
=> Untertitel-Idee: Vielleicht ist es ja auch ganz einfach?
Cora Albrecht
Als ich Coras Text las, schossen mir Tränen in die Augen – was nicht oft passiert. Der Beitrag zeigt auf, wie um uns herum ständig Frieden und auch Krieg ist, und wie wir selbst beides in der Hand haben.
Botschaft: Frieden ist, einfach hier mit euch sitzen, euch zuhören, wie ihr von eurem Leben erzählt. Euch schreiben zu lassen, ohne zu widersprechen. Euch ihr sein zu lassen. Und ihr lasst mich ich sein.
Dieser Beitrag könnte dir gefallen, wenn du dich berühren lassen magst – von sanften Gedanken mit ganz viel Power, die deinen Horizont vielleicht erweitern.
=> Untertitel-Idee: Frieden kann mit Zuhören beginnen
Mein eigener Beitrag zur Blogparade erzählt von positivem und negativem Frieden, von Astrid Lindgrens Rede zur Friedenspreisverleihung und meinen Gedanken über Wohlwollen.
Botschaft: aus Wohlwollen wächst Zu-Frieden-heit, wächst Frieden.
Dieser Beitrag könnte dir gefallen, wenn du etwas Zeit mitbringst und dich auf unterschiedliche Aspekte und Querdenkereien einlassen magst.
Lydia G. Gajewsky
mein Senryu zum Thema:
Der Weg zum Frieden
fängt im eignen Herzen an –
Vorsicht – nicht stolpern!

Vielleicht ist das zu wenig

Die große gemeinsame Botschaft aller Beiträge ist: Frieden beginnt in uns selbst. Mit Zu-Frieden-heit, friedvollem Umgang mit uns selbst und miteinander. Ich sehe das genauso, auch mein eigener Beitrag, der das Wohlwollen in den Mittelpunkt stellt, unterstreicht das.

Andererseits wünschen wir uns alle nichts sehnlicher als „den Frieden“ und meinen damit das Ende von Kriegshandlungen, das Ende der Zerstörung von Ländern, das Ende des Sterbens für Macht- und Finanzinteressen. Weit mehr als innere Zufriedenheit.

Reicht es dafür auch aus, dass wir „nett miteinander“ sind? Oder braucht es einen anderen Einsatz?

Exkurs Ostermärsche

Die ersten Ostermärsche fanden im Vereinigten Königreich statt. 1958 organisierte die Friedensorganisation Campaign for Nuclear Disarmement (CND) einen mehrtägigen Marsch von London zum Atomforschungszentrum in Aldermaston. Ziel war, gegen Atomwaffen und die nukleare Aufrüstung zu protestieren. Aus diesem Kontext stammt auch das ☮ Peace-Zeichen.

Die Friedensbewegung in der Bundesrepublik Deutschland griff die Idee auf, der erste deutsche Ostermarsch fand 1960 statt. Es ging um
☮ die Angst vor einem Atomwaffeneinsatz im Kalten Krieg
☮ die atomare Bewaffnung der Bundeswehr
☮ die Stationierung von US-Atomwaffen in Deutschland

Die Ostermärsche erlebten ihren Höhepunkt als Symbol der Friedensbewegung in den 1980er Jahren, hunderttausende Menschen nahmen teil. Nach dem Ende des Kalten Krieges nahm die Beteiligung ab.

Die Bilanz in 2026:
Von Gründonnerstag bis Ostermontag gab es bundesweit ca. 120 Aktionen, die auf der Idee der Ostermärsche basierten, die meisten davon am Karsamstag. Angesichts der aktuellen Kriege unter anderem in Nahost und der Ukraine hatte man mit höheren Teilnehmerzahlen gerechnet. Auffallend bei vielen Kundgebungen war das vergleichsweise hohe Durchschnittsalter der Demonstrierenden.
Mehr dazu auf tagesschau.de

Vielleicht braucht es eine Sprache der Füße

Der Friedensmarsch der 19 vietnamesischen, buddhistischen Mönche quer durch die USA von November 2025 bis Februar 2026 hat mich sehr beeindruckt. Ihr tägliches Mantra auf dem 3.700 km langen „Walk for Peace“ von Texas nach Washington D.C. war: „Heute wird ein friedlicher Tag für mich

In meiner Jugend waren Demos für den Frieden „in“. Ich bin nicht mitmarschiert. Ich bin auch jetzt keine, die auf die Straße geht. Ich kann das nicht, das ist nicht meine Art und Möglichkeit, auf Themen aufmerksam zu machen, für sie einzutreten und andere zu mobilisieren. Mein Medium sind Wort und Stimme.

Wie ist das bei dir?
– Läufst du mit
– Bist du vorne dabei
– Organisierst du Protest
– Stehst du am Straßenrand
– Wie erzählst du darüber
– Mit wem sprichst du über Krieg und Frieden

Vielleicht braucht es auch die Sprache der Musik

Singen kann zum Frieden beitragen – da bin ich sicher. Deshalb will ich die Vielfalt dieser Blogparade noch einmal erweitern, möchte Töne zu den Worten hinzufügen. Lieder für den Frieden, gegen den Krieg.

Die folgenden Empfehlungen sind zum Teil mehr als 60 Jahre alt, und begegneten mir „zufällig“ vor kurzem wieder. Vielleicht wecken sie auch bei Dir Erinnerungen und/oder Friedenspower:

„Sag mir wo die Blumen sind“, 1962 von Marlene Dietrich
„Give peace a chance“, 1969 von Plastic Ono Band
„99 Luftballons“, 1983 von Nena
„Frieden“, 1994 von Reinhard Mey
„Wir ziehen in den Frieden“, 2019 von Udo Lindenberg mit UNICEF

Sicher kennst Du weitere … Bob Dylan, Joan Baez, Michael Jackson, Cat Stevens … sie alle haben das Thema besungen. Welches ist dein Lieblings-Friedens-Lied?

Gibt es männlichen und weiblichen Frieden?

Ich habe mich gefragt, warum sich auch nach erneuter Einladung kein Mann aktiv an der Blogparade beteiligt hat, und fand vor kurzem den spannenden Beitrag: 5 Fakten über Frauen und Frieden.

Ich möchte den Inhalten nicht in allen Details zustimmen, habe nach dem Lesen und Überdenken aber nun die Vermutung, das Wort „Frieden“ könnte bei Männern und Frauen mit unterschiedlichen Deutungen gefüllt sein. Möglicherweise ist der Fokus bei Männern eher auf der „politischen“ und bei Frauen auf der „sozialen“ Dimension? Ich bin gespannt auf deine Meinung dazu.
Wortwolke zum Frieden in den Sprachen der Welt
Wortwolke zum Frieden aus den Sprachen der Welt

Über den Tellerrand geschaut

– Pace – Peace – Paix – Paz – Béke – Мир – Vrede – Rauha – Pace Friður – Salām – Ειρήνη – Barış – Shalom – Solh – Pokój – Frieden –

Weil ich eine Wortwolke zum Frieden kreieren wollte, habe ich recherchiert, wie der Frieden in anderen Sprachen heißt. Das Ergebnis kannst Du im Bild sehen. Überraschende Entdeckung dabei: manche Sprachen haben gar kein Wort für Frieden, gerade bei indigenen Sprachen geht es nicht um den politischen Zustand sondern um ein Leben in Balance mit Menschen, Natur und Geist.

Beispiele:
Inuit-Sprachen haben kein exaktes einzelnes Wort für Frieden, sondern nutzen Begriffe wie Harmonie oder gutes Zusammenleben ᓄᓇᕗᑦ / ᓴᓂᖅ (Sanngiq)
☮ bei den Navajo bedeutet Hózhǫ́ Schönheit, Balance
☮ die Quechua meinen mit Allin kawsay gutes Leben in Gemeinschaft
☮ die Maori mit Rangimārie Ruhe und innere Gelassenheit
☮ auf Hawaiianisch heißt Maluhia Schutz und Stille
Kurunpa tjukurpa heißt bei den Pitjantjatjara (Aborigines) spirituelle Ordnung
☮ die Azteken meinten mit yolmelahualiztli das Gerade- oder Richtigwerden des Herzens mit innerem Gleichgewicht, sozialer Harmonie und kosmischer Ordnung
Genug Ausflüge in unterschiedliche Sprachen. Die ursprüngliche, positive Zustandsbeschreibung von „Frieden“ ist in dicht bevölkerten und hoch industrialisierten Ländern inzwischen abhanden gekommen und wurde auf einen politischen Begriff von Frieden in der Bedeutung „kein Krieg“ verkürzt. So wie wir Gesundheit auch häufig nur noch als die Abwesenheit von Krankheit definieren.

Hier schließt sich der Kreis zu den Beiträgen der Blogparade. Sie verweisen auf dieselben Worte und Werte wie die indigenen Sprachen: inneres Gleichgewicht – Harmonie – Gemeinschaft – Balance – gutes Zusammenleben – Gelassenheit – Ruhe – Stille – Schutz – Versöhnung mit sich selbst und anderen.

Vielleicht sind wir damit genau auf dem richtigen Weg. Von innen nach außen, vom eigenen Gleichgewicht zur Balance in Gemeinschaft, von individueller Spiritualität zu sozialer Harmonie. Zu einem Frieden, der weit mehr ist als eine Pause zwischen Kampfhandlungen.

Einer geht noch – der allerletzte Beitrag

Eine Freundin wollte zusammen mit mir ihr Lieblings-Friedens-Lied als Beitrag zur Blogparade singen und aufnehmen – statt geschriebener Worte. Technische Hürden und 800 km Entfernung standen der Umsetzung jedoch im Weg. Wir haben eine andere Lösung gefunden.

Am Ende dieser Zusammenfassung, als allerletzten Beitrag zur Blogparade, gibt es nun jenes Friedenslied. Ich habe es zusammen mit einer Freundin hier in Ostfriesland aufgenommen.

Möge es Frieden verbreiten.
Text: Thomas Laubach, Melodie: Christoph Lehmann
Gesang: Petra Dyck
& Lydia G. Gajewsky, Gitarre: Petra Dyck
Aufnahme: Volker Wellmann
1) Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen …
2) Wo Menschen sich verschenken, die Liebe bedenken …
3) Wo Menschen sich verbünden, den Hass überwinden …
Ref.: … und neu beginnen, ganz neu,
da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns.

Stell Dir vor, es wird Frieden – und alle sind dabei!

5 Kommentare zu „Die Sprache des Friedens“

  1. Liebe Lydia,
    was für ein grandioser Erfolg Deiner Blogparade des Friedens in Worten, Tönen und bewegten Bildern.
    Mir fällt gerade das Lied: Ins Wasser fällt ein Stein……… ein. Du hast diesen Stein ins Wasser des Lebens fallen lassen und er hat Kreise gezogen. So viele unterschiedliche Kreise, die nur ein Stein -in Anlehnung an einen Gedanken- ziehen kann. Mögen diese Friedenskreise niemals aufhören.
    Ich danke Dir, dass Du meinen Impuls des Friedensliedes aufgegriffen hast. Die Aufnahme ist so schön geworden. Mein Dank geht auch an Petra Dyck und Volker Wellmann.

  2. Liebe Margaretha,
    Steine haben eine wirkliche Zauberkraft. Sie bringen etwas ins Rollen oder ziehen Kreise, können von der Seele fallen oder auch Gedankenstolperer sein.
    Danke für Deinen Kommentar und die kreisenden Gedanken, die immer weiter ausstrahlen.

    1. Ich bin fest davon überzeugt, dass die kreisenden Gedanken ausstrahlen, ganz besonders die Friedensgedanken.
      Wenn sie manchmal Gedankenstolperer sind, dann möchten sie uns daran erinnern, noch einmal tiefer darüber zu reflektieren, oder sie einfach stehen zu lassen, weil es gerade nichts mehr zu sagen gibt.

  3. Liebe Lydia,

    was für ein wundervoller Beitrag! Einfach grandios, deine Zusammenfassung, die Impulse. Inspirierend. So schön, warm, herzlich und positiv geschrieben.

    Danke!

    Herzlich
    Heidrun

    PS: Immerhin gab es gestern mal einen kleinen Lichtblick mit der Wahl in Ungarn. 🙂

    1. Liebe Heidrun,
      ja – den ungarischen Lichtblick begrüße ich auch sehr. Vielen Dank für dein feedback – und deinen Beitrag – und dass du selbst so unermüdlich für das Gute einstehst.
      Es freut mich sehr, dass die Blogparade und das ganze drumherum auch dich inspiriert hat.
      Alles Liebe – LYdia

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