Ein Buch … oder doch lieber zwei?

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Ich schreibe ein Buch, weil …

… ich es kann?

Vielleicht habe ich es geerbt?
Vielleicht bin ich Träger des Storytelling-Gens?

Diese Gedanken hüpfen mir gerade durch den Kopf, natürlich unter der Dusche, denn dort kommen die besten Gedanken und jedesmal ist fraglich, ob und wie ich sie ins Trockene retten kann …

Diesmal hat es funktioniert.

📚 Ich schreibe ein Buch, weil wir offensichtlich eine Familie von Geschichtenerzählern sind.

Mein Bruder, der schon in einigen Blogbeiträgen vorkam, erzählt Geschichten meistens im Stil einer Klatschpresse-Kolumne und hat dabei immer viele Zuhörer im Wohnheim, am Telefon oder am Arbeitsplatz.

Anschaulich schildert er mit viel emotionalem Engagement, was wann passiert ist, wo er dabei war oder wovon er gelesen hat. Völlig selbstsicher und blumig ausgeschmückt gibt er Informationen von sich, deren Wahrheitsgehalt häufig im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegt. Irgendwie bewundernswert.

Der andere Bruder läuft beim Erzählen ebenfalls zur Hochform auf, genauso wie ich das von unserem Vater erinnere. Die beiden fühl(t)en sich dabei allerdings der Wahrheit stark verpflichtet.

An unseren Großvater mütterlicherseits habe ich die Erinnerung, neben ihm auf dem Sofa zu sitzen und gebannt seinen Geschichten zu lauschen. Das waren vorwiegend Märchen – auch als solche gekennzeichnet – und nicht selten selbst erfunden. Die lebendige Erzählweise und meine Faszination halten sich hartnäckig in meinem Gedächtnis.

Ja, es sind die Männer in meiner Familie, die Geschichten erzähl(t)en. Von meiner Großmutter und meiner Mutter habe ich keine Erinnerungen an Storytelling-Kompetenz. (Tante G. lassen wir hier mal außer Acht – das ist ein ganz anderes Thema, über das ein eigener Artikel zu schreiben wäre. 🙈🙄😂)

Vielleicht ist meine Mutter genau deshalb die Protagonistin in „meinem Buch“, das ich schreibe.

📙 Warum ich ausgerechnet „dieses Buch“ schreibe?
Weil meine Freundin Susanne am Frühstückstisch im Herbst 2024 in einem angeregten Gespräch über Musicals und historische Romane irgendwann sagte, „Was Du vom Leben Deiner Mutter erzählst, klingt unglaublich spannend. Ein Buch über Deine Mutter würde ich wirklich gerne lesen!“

Dieser kleine harmlose Satz infizierte mein Gehirn mit einer Idee wie mit einem Virus. Eine hartnäckige Infektion, die sich einnistete und nicht wieder weg ging. Seitdem spüre ich immer mehr Geschichten über meine Mutter auf, grabe sie aus und schreibe sie auf.

📘 Der Entwurf für einen Prolog, ein Dutzend Kapitel und auch die Strukturplanung sind so schon entstanden. Die Muse richtet sich nicht nach einem Stundenplan sondern kommt unregelmäßig und behauptet dann immer, es sei gerade dringend. Dann lasse ich nach Möglichkeit alles stehen und liegen und schreibe.

So wächst es langsam und stetig vor sich hin, reift wie ein guter Wein und wird eines Tages tatsächlich geboren werden. Das dauert noch ein bisschen, und das ist auch in Ordnung so, denn ich schreibe nicht nur ein Buch, ich schreibe viele Geschichten; weil es Menschen gibt, die diese Geschichten gern lesen. Sie ermuntern mich, aus den Geschichten ein Buch zu erstellen.

Und so bin ich hin und her gerissen.
Welches Buch soll es denn nun sein?
📒 „Mein Buch“ über meine Mutter?
📗 Oder einfach erst mal ein Geschichtenbuch, eine Sammlung von schon Vorhandenem veröffentlichen?

Ich pendle hin und her zwischen „schnell mal was zusammenstellen“ oder „ganz in Ruhe das, was vor sich hin reift“ – vielleicht wird es auch ein „sowohl als auch“ …
Tagebücher in einer Kiste

Ene mene mu – mein Buch wirst DU

Welches Buch-Projekt macht denn nun das Rennen?

... mit Zitaten aus meinem Beitrag von Juni 2025

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Der Traum „einmal im Leben ein Buch zu schreiben“ stand auf meiner Bucket Liste, die ich mittlerweile nicht mehr führe. Als ich vor wenigen Jahren zufällig entdeckte, dass eine meiner Diplomarbeiten von der Uni Marburg tatsächlich als „Buch“-Exemplar verfügbar gemacht wurde, war das ja bereits erledigt.

Die nächsten Pläne waren ein Selbst-Coaching-Ratgeber mit dem Titel „Milchkaffee und Mittagsschlaf“ und ein „Atembüchlein für die Handtasche“, die Zusammenfassung meiner Geschichten mit den „kleinen grünen Monstern“, die „Lächel-Geschichten“ aus dem Adventskalender 2024 und die „Sternminuten“ aus Advent 2025. All dies ruht in den Tiefen meiner Festplatte und in meinem Kopf – und da liegt es momentan recht gut.

Wenn ich allerdings von „mein Buch“ spreche und schreibe, dann meine ich die Romanbiografie über meine Mutter, in deren „ganz normalem Leben“ sie so viele besondere Herausforderungen meisterte, dass es mir unter den Nägeln brennt, diese aufzuschreiben.

Geschichte für Geschichte trage ich Erinnerungen zusammen, fülle sie mit recherchierten zeitgeschichtlichen Fakten und intuitiver Fiktion und bin gespannt, wieviel Unbekanntes ich dabei noch zutage fördern werde. Das ist auch eine Reise in die eigene Kindheit.

Äußerst spontan habe ich im Dezember 2025 tatsächlich ein (anderes) „Buch“ (fast) veröffentlicht; Probeexemplare jedenfalls von dem DIY-Workbook „ALLES HAT SEINE ZEIT“ als Jahreswechsel-Begleitung.

Es war schon ein besonderes Gefühl, das gedruckte Werk in der Hand zu halten, auch wenn es weit entfernt von perfekt ist.

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Analoger Protest?

Warum denn ein Buch?

Vielleicht ist es die Flüchtigkeit im Netz, die uns auf die Idee bringt, etwas „zum Anfassen“ gestalten zu wollen, etwas Bleibendes, das nicht übermorgen auf dem Posting-Friedhof landet.

Aber – wo fängt ein Buch an – wo hört die Zettelsammlung auf?
📘 Ist die Sammlung von Geschichten, die thematisch verwandt sind, ein „Buch“, wenn sie ausgedruckt und zusammengeheftet ist?
📙 Macht die ISBN Nummer einen Text zum „Buch“?
📗 Ist nur ein „Verlagsbuch“ auch ein „richtiges“?
📒 Ab wieviel Seiten gilt ein Werk als „Buch“?
📘 Ist Professionalität ein Entscheidungskriterium? Wenn ja – hinsichtlich Inhalt, Layout, Rechtschreibung, Grammatik, Stimmigkeit der Geschichte ….?

Ich kann keine Antwort auf diese Fragen liefern, denn ich beschäftige mich vorerst nur mit den Buchstaben, die darin vorkommen. Mit dem Formulieren der Gedanken, dem Erzählen der Geschichte, dem Erschaffen von Traumwelten, von Landschaften, Menschen, Gefühlen und Ereignissen im Kopf der Lesenden …

Und auch im Kopf der Hörenden. Denn das macht mir ebenso Freude: das Geschriebene in ein Hörerlebnis zu verwandeln. Die Stimme hinzufügen zum Produkt der Gedanken und Hände. Es fühlt sich dann noch ein bisschen mehr nach „mir“ an.

Warum überhaupt schreiben?

Ich schreibe, also bin ich

Ich bin eine Schreibdenkerin. Schreiben sortiert mein Denken und macht Platz für neue Gedanken zum Nachrücken.

Ich schreibe wegen des Schreib-Prozesses – weil ich dabei mich selbst verstehen lerne. Ich denke tatsächlich erst während ich schreibe – das läuft bei mir nicht nacheinander ab.

Wenn ich dann lese, was ich geschrieben habe, dann weiß ich wieder, was ich denke. Und dann ist wieder Platz für neue Gedanken …

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… und neue Blog-Beiträge 💚


In diesem Beitrag von Juni 2025 findest Du weitere Einblicke in meine Schreib-Motivation.

Zu diesem Beitrag hat mich Stephanie K. Braun inspiriert mit ihrer
Blogparade #IchSchreibeWeil
(oder auch „Ich schreibe ein Buch weil„)

Möchtest Du auch einen Beitrag dazu schreiben?
Bis 5. April 2026 (Ostern) läuft die Blogparade noch.

6 Gedanken zu „Ein Buch … oder doch lieber zwei?“

  1. Wie wundervoll, liebe Lydia, Du bist ein Tausendsassa. Deine Ideensammlung sieht nach mehr als nur einem oder zwei Bücher aus.
    Ich bin gespannt, was Dir das LEBEN zeigen wird, wohin Deine Schreibreise geht.
    Alles Liebe und Gute
    Margaretha

  2. Liebe Lydia,
    was für eine herrliche Gedankenreise.
    Du kannst also anscheinend gar nicht anders, als zu schreiben. Geschichten erzählen liegt dir im Blut, Buchprojekte schreien dich an, sie leben zu lassen und was für eine herrliche Situation ist es, für Menschen zu schreiben, die deine Geschichten gerne lesen möchten.
    Von einigen dieser Projektideen habe ich bereits gehört und bin sehr gespannt, welche du als erstes in die Welt entlässt.
    Bis dahin viel Freude beim erzählen, schreiben und duschen. Nicht jede Idee muss in die Welt hinaus, über diesen Text freue ich mich besonders, dass er es ins Trockene geschafft hat.

    Vielen Dank fürs Dabeisein bei meiner Blogparade!
    Kometenhafte Grüße
    Stephanie

    1. Jetzt hab ich einen Floh im Ohr. Der flüstert „beim Duschen an Stephanie denken“ 🥳🤣
      Nein – keine Sorge.
      Obwohl – so wie Margaretha einen Floh auf der Gardinenstange hat, sitzt er bei mir vielleicht auf der Duschstange???🤔😳

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