PI – Meine innere Selfcarerin
Zu diesem Beitrag hat mich Rani Gindl inspiriert mit ihrer
Blogparade #Was ist Selfcare für Dich?
Möchtest Du auch einen Beitrag dazu schreiben?
Bis 28. Februar 2026 läuft die Blogparade noch.
Selfcare? brauche ich nicht. Oder?
Ich mag dieses Wort nicht. Ich denke dabei an Lifestyle, Wellness, Ich-Bezogenheit, Sauna-Events, Yoga-Retreats, Fastenwandern, Schweigewochen, ….
gerade geht meine Phantasie mit mir durch.
Den Aufruf zur Blogparade von Rani Gindl habe ich gelesen – und zur Seite gelegt. Nix für mich, dachte ich, obwohl ich generell sehr gerne an Blogparaden teilnehme.
Und jetzt schreibe ich doch einen kleinen Beitrag. Dazu angestiftet hat mich meine kleine eingebaute, interne “Selfcarerin”.
Ich war mir bis ich vor ein paar Tagen gar nicht bewusst, dass sie bei mir wohnt.

Freitagvormittag habe ich sie zum ersten Mal entdeckt
Rosa Norweger-Socken auf dem Grabbeltisch beim Discounter. Dicker Rippenstrick mit 50% Wolle-Anteil. Schon beim Anschauen und Anfassen werden meine Füße warm. Ein Einzelpaar – genau in meiner Größe. Sehr bezahlbar.
Sie landen erst im Einkaufswagen, abends dann an den Füßen und dürfen mit ins Bett. Mit warmen Füßen schlafe ich schneller ein und der Schlaf ist fester, tiefer, erholsamer. Rosaroter Schlaf in einem harten Winter.
War das eine bewusste Entscheidung? eine Entscheidung für Selfcare?
Nein – keinesfalls. Im Rückblick fühlt es sich nach Autopilot an. Als ich darüber nachdenke, fallen mir weitere ähnliche Erlebnisse der letzten Tage ein:
Dienstagabend:
Unterwegs in der Gemüseabteilung des Supermarktes. Ohne Einkaufszettel. Wie von einem inneren Automatismus angetrieben, greifen die Hände zum Fenchel, zu Lauch und nehmen ein großes Netz Orangen mit. Täglich mindestens eine von ihnen wird mich in den nächsten Tagen erfreuen.
Mein Blick fällt auf rote Trauben aus Südafrika – nicht saisonal, nicht regional – aber voller Erinnerungskraft an einen weit zurückliegenden Urlaub, an gute Zeiten.
Sie versüßen mir in den folgenden Tagen sorgenvolle Momente im leeren Haus.
Mittwochfrüh:
Warmer Haferbrei oder kaltes Müsli – was gibt’s zum Frühstück? In halbwachem Zustand entscheidet der Körper mal wieder selbständig, vollautomatisch tun die Hände ihr Werk und der Mund genießt staunend das Ergebnis.
Heute wieder Haferbrei, weil Wärme gerade besonders kostbar ist. Bei tagelangem Ostwind, Schneefall, Glatteis und Eiszeit auch im Herzen.
Donnerstagmittag:
Unterwegs im Auto – auf dem Weg nachhause und in die Klinik. Der Arbeitstag ist absolviert, im Magen gähnt große Leere und in der Klinik wartet der Lieblingsmensch.
Das innere Team streitet über Prioritäten – wie so oft. Zuerst was essen oder gleich durchstarten zum Krankenbesuch? Ergebnislose Diskussion.
Ohne eine bewusste Entscheidung setzt die Hand den Blinker und das Auto biegt ab. Kurz nachhause, ein Käsebrötchen und eine Tasse Tee, und dann geht’s weiter in die Klinik.
Meine Selfcarerin hat auf mich aufgepasst!
Seit Jahresbeginn hat sich mein Leben deutlich verändert – ungeplant. Neben dem langen, schnee- und eisreichen Winter fordert mich die Fürsorge um meinen Lieblingsmenschen. Es geht auf und ab mit Krankheitsschüben, Klinikeinweisungen, Entlassungen und wenige Tage später wieder alles von vorn.
Es kostet mich sehr viel Kraft, immer wieder Hoffnung und Zuversicht zu finden und auszustrahlen, denn meine “normalen” Kraftquellen sind nicht verfügbar.
Spazierengehen auf vereisten Wegen ist unklug, Malen, Musik machen und Schreiben funktionieren nicht – ich bin einfach innerlich leer geschöpft.
Für einen Saunabesuch oder einen Kurztrip zu Freunden fehlt die Zeit. Anrufe bei Freunden vermeide ich, weil ich die immer gleichen Trost-Rat-Schläge nicht mehr ertrage und auch das Berichten über unser desolates Gesundheitssystem nicht ewig wiederholen und mir damit stets erneut vor Augen führen will.
Mir sind die Optionen ausgegangen.
Und da kommt sie ins Spiel – die innere Selfcarerin, die ich gerade erst kennenlerne. Sie ist ein richtiger Schatz, kümmert sich unaufdringlich und zuverlässig um mich. Sie weiß, was ich brauche, noch bevor es mir bewusst wird.
Ich habe sie übrigens PI genannt – in Abgrenzung zu KI.
Sie ist weder künstlich noch intelligent. Sie ist persönlich und intuitiv, ist meine Persönliche Intuition. Ich hab sie wirklich lieb gewonnen, meine Selfcarerin in den aktuellen stürmischen Zeiten meines Lebens.

Was würde ich bloß ohne sie tun
… schlechter schlafen, noch ungesünder essen, meine Grundbedürfnisse völlig vernachlässigen, noch weniger Kraft für die nächsten Schritte haben …
Ich bin dankbar für meine PI – und schaue nun versöhnter auf den Begriff Selfcare. Ich weiß jetzt, dass sie bei mir eingebaut ist, dauerhaft verfügbar, ich muss sie einfach nur gewähren lassen. Eine tröstliche Erkenntnis.

Ich bin Theologin, Pädagogin und Coach
und auch Künstlerin, Bloggerin und Wahl-Ostfriesin.
Mit viel Herz zum Zuhören, Trösten, Mut machen und Fragen stellen
motiviere ich, unterstütze beim Gedanken sortieren und verbreite Freude.
Dafür verschenke ich auf meinem Blog Lächel-Impulse für mehr Lebensfreude
und sende monatlich am 27. meinen Lächel-Letter in die Welt, den Du hier abonnieren kannst.
Wenn Du individuelle Unterstützung beim Wiederfinden Deiner Lebensfreude möchtest
oder bei der Suche nach Deinem Sinn im Leben – dann schreib mir eine Mail.
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